Endlich: sinnliche E-Books

2009/08/06 von selignow
Buch-Düfte

DuroSport, der bekannte Hersteller von allerlei nützlichem Zubehör zur Verbindungen unserer digitalen zur guten alten Analogwelt, hat endlich Spray erfunden, mit denen wir unseren E-Book-Reader mit dem nötigen Duft für das ganzheitliche Erlebnis ausstatten können. “Classic Musty” eignet sich z.B. hervorragend für alle gemeinfreien Bücher, mit denen ich bisher meinen Reader füttern musste, da mir der deutsche Buchhandel immer noch nicht die Bücher anbietet, die ich gerne lesen möchte.

(Danke für den Tipp an Rainer Moritz im Börsenblatt 32/2009)

Kindle-Start in Deutschland am 1. Oktober?

2009/04/06 von selignow

Auf kindle.com mehren sich deutschsprachige Zeitungen: In den USA kann man auf dem Kindle nicht nur 30 englischsprachige Tageszeitungen lesen, sondern auch die FAZ und das Handelsblatt auf Deutsch, Le Monde und Les Echos auf Französisch, den Corriere della Serrra auf Italienisch. Und mit der Wirtschaftswoche auch ein deutschsprachiges Magazin.
Für den 1. Oktober ist ein deutsches E-Book aus dem Springer-Verlag für Amazon Kindle angekündigt.

Das lässt hoffen, dass das Gerät doch noch dieses Jahr  seinen Weg anch Europa findet.

neue Linkliste E-Books

2009/03/12 von selignow

e-reader-forum.de

http://www.kirchner-robrecht.de/aktuelles/ebooks-und-ereader-marktpotenziale/

Jetzt gibts endlich Kloppe für das Sony/Libri-Modell und Libreka: “Kundenunfreundlich!” Selbst das Börsenblatt, Lieb- und magenblatt der deutschen Buchhandels” äußert mal Kritik, freilich nicht an Libreka, der “Verkaufsverhinderungsplattform”  – das macht der Spiegel/Manager-Magazin.

http://www.boersenblatt.net/311219/

http://www.boersenblatt.net/311197/

Darum floppt das E-Book-Portal des Buchhandels

http://www.manager-magazin.de/it/artikel/0,2828,613563,00.html

Hier noch ein spannender Blog: http://www.kindlez.de (mit einer prima Blogroll zum Weitersurfen!)

Amazon Kindle in Europa?

2009/03/12 von selignow

Auch der Kindle 2 ist in Europa nicht einsetzbar – nicht nur weil es die Infrastruktur noch nicht gibt, sondern weil die Hardware für europäische Handynetze nicht vorhanden ist. Wie schon der erste Kindle funkt auch Kindle 2 über das Sprint-Netzwerk, das eine andere Mobilfunktechnik als das in Europa allein genutzte GSM-Netz verwendet. Für GSM-Netze wird eine SIM-Karte benötigt, die hat der Kindle 1 nicht und die Platine von Kindle 2 besitzt nur entsprechenden Platz auf der Platine, hat aber noch keinen Halter aufgelötet: Wer also einen Kindle 1 gekauft hat oder jetzt einen Kindle 2 aus den USA bestellt, wird dieses Gerät niemals in Europa in Betrieb nehmen können, auch wenn Amazon hoffentlich bald mit der Kindle-Einführung in Europa beginnt. Die Sony-Reader-Markteinführung am 11.3. 2009 hat ja zumindest in Deutschland für eine gewisse Anzahl von Lesegerät-optimierten E-Books auch aus dem Bestseller-Bereich geführt, was hoffen lässt, dass Amazon es jetzt leichter hat und endlich kommt.

Sony E-Book-Reader und Macintosh

2009/03/12 von selignow

Über kleine Umwege lässt sich der Sony Reader auch mit Apple Rechnern nutzen: Nicht nur wie in meinem Test beschrieben per Windows(-Emulator), sondern nach einer Registrierung auf einem Windows-Rechner mit der dem Lesegerät beiliegenden Treibersoftware auch mit Adobe Digital Editions in der Macintosh-Variante. Anders als beim Kindle, den man in jedem Internet-Café registrieren kann, braucht es also beim Sony Reader zumindest einmal einen Windows-Rechner, auf dem man genügend Rechte hat, um den Treiber zu installieren. Näheres beschreibt ein Artikel auf heise.de. Und nochmal klar und deutlich der Unterscheid zwischen Sony und Kindle: Nach der Registrierung auf der Amazon-Website braucht man für den Kindle nie wieder einen Computer, weil die Bücher im Gerät gekauft und per Handy-Netz ausgeliefert werden. Beim Sony-Konzept kann das Lesegerät nur mit Hilfe eines Computers (Windows oder Mac, nicht Linux) mit gekauften E-Books beladen werden.

Alles Open: APE 2009 – Neues aus dem akademischen Publizieren

2009/03/03 von selignow

Das akademische oder wissenschaftliche Publizieren ist der am stärksten industrialisierte, digitalisierte und damit innovativste Sektor im Verlagsgewerbe – und der Bereich, dessen Geschäftsmodell am heftigsten politisch angegriffen ist. Die Berliner Konferenz (20./21. Jan. 2009) versammelte wieder ungefähr 180 der fortschrittlichsten Köpfe zu angeregtem Austausch.

Open Source – Open Access – Open Science

Im Softwarebereich mit den Beispielen Linux, OpenOffice, Typo3, MediaWiki längst ein Erfolgsmodell, drängt die freie Zugänglichkeit von Inhalten auch im Wissenschaftsbereich immer mehr in den Vordergrund. Als Reaktion auf die Zeitschriftenkrise zu Beginn des Jahrtausends forcierte die Politik den freien Zugang zu Forschungsergebnissen mit dem Argument: Wissen (Forschungsergebnisse), das bereits öffentlich bezahlt ist (Forschungsmittel, Professorengehälter …), müsse frei zugänglich sein – und könne nicht kostenlos an Verlage gegeben werden, von denen die Institutionen wie Max-Planck-Gesellschaften und Universitäten ihre eigenen Forschungsergebnisse in Form von teuren Zeitschriftenabos wieder zurückkaufen müssten. So war den auch der erste Konferenztag hauptsächlich den politischen Entwicklungen gewidmet. OpenAccess bedeutet dabei, dass die Zeitschriftenartikel kostenlos gelesen werden können. Die Publikationskosten werden durch sogenannte PageCharges gedeckt; gewissermaßen eine Variante des “Druckkostenzuschusses” .

In den beiden den beiden ersten Sessions am Vormittag und am frühen Nachmittag ging es daher um Initiativen der EU, die nicht nur den OpenAccess-Gedanken weiter verfestigen, sondern auch ausweiten. Nicht nur die Forschungsergebnisse sollen online für alle zur Verfügung stehen, sondern auch die Forschungsmaterialien, damit die Auswertungen der Forscher auch von anderen Forschern nachvollzogen werden können. Hier zeigt sich, wie die europäische Forschungspolitik sich von der amerikanischen absetzt, die eine starke Bindung an die Industrie (“Drittmittel”) kennt und weiter fördert. Die Zusammenarbeit der bisherigen Beteiligten (Verlage, Fachgesellschaften, Repositorien) soll über Communities wie SPIRES oder der CERN Invenico-Plattform gefördert werden.

Am späten Nachmittag gab es dann Vorträge zur Evaluation von Forschung, die besonders über die Zugriffszahlen auf Zeitschriftenartikel gemessen wird und damit für Verlage interessant ist. Hier ist tatsächlich noch der Verlag gefragt, der eine Zeitschrift, selbst wenn sie OpenAccess ist, zur meist zitierten machen muss. Dabei gibt es naturgemäß einen lebhaften Streit über die “richtige” Messung – und wie man sie manipuliert. Ein spannender Einblick in die Trickkiste – und auch ein Punkt, mit dem die “Herstellungsabteilung” zu tun hat. Nicht die bunte Verpackung zählt hier, sondern die raffinierte Verlinkung und Anreicherung mit Metadaten; Stichworte sind COUNTER, Impact Factor, Hirsch-Faktor, www.publishingresearch.net, Semantic MediaWiki, RDF-Tags.

Zu Abschluss des ersten Konferenztages gab es vor dem glanzvollen Dinner noch einen Blick in die gerade online gegangene europäische Bibliothek www.europeana.eu. Auch hier wird Kulturgut ohne Verlage und kostenlos verbreitet.

Neue Medien und Geschäftsmodelle: OpenBooks, Videolectures

Vor allem der zweite Konferenztag diskutierte Innovationen die Seite www.videolectures.com, einer Seite mit Vorlesungen aus aller Welt zu allen möglichen Themen. Daneben noch gab es noch Berichte über DAISY, ein Hörbuchformat für Blinde, das wesentliche Grundlage für das aktuelle E-Book-Format epub geworden ist, sowie eine Session über Langzeitarchivierung. Spannend wurde es noch einmal beim Thema von Open Books, also Büchern, die frei verfügbar sein sollen. Über diese wird nachgedacht, da sich OpenAccess-Zeitschriften im geisteswissenchaftlichen Bereich (HSS – Humanites, Scocial Sciences) nicht so gut durchsetzen wie im naturwissenschaftlichen Bereich (STM – Science Technology Medicine) – denn für einen Geisteswissenschaftler gehört es sich, ein Buch zu schreiben. Ein Vorreiter ist hier der neu gegründete Verlag Bloomsbury Academic, bei dem die Harry-Potter-Millionen nun sinnvoll angelegt werden. Spannend ist dabei vor allem, wie Autoren für das das OpenAccess-Buch begeistert werden können. Dieser dürfte in den Zusatznutzen liegen, da das Buch gut verlinkt wird, also viel gelesen wird und dass zusätzliche Medien im Netz veröffentlicht werden können, also die Integration von Videos, 3-Modellen und interaktiven Elementen etwa des E-Learnings (Online-Tests usw.). Außerdem kann über Redaktionssysteme die Zusammenarbeit zwischen Autoren vereinfacht werden, wenn ein Buch mehrere Autoren hat, wie dies bei Fachbüchern oft der Fall ist. Allerdings steckt diese Entwicklung noch etwas in den Kinderschuhen: Es gibt noch gar keine echte Untersuchung über die Bedürfnisse von Autoren. Was aber bestimmt bald kommen wird, weshalb ich mit Spannung die nächste APE erwarte.

Google als Buchhändler?

Ein Highlight der Konferenz war die Präsentation der Macher des Google Book Settlements, also der amerikanischen Authors Guild (gewissermaßen eine Mischung von VG Wort und Schriftstellerverband). Google war verklagt worden, da auch Bücher eingescannt wurden, deren Copyright nicht abgelaufen war – daraus hat Google im gerichtlichen Vergleich ein Geschäft gemacht: Die Autoren (und ggf. auch Verlage) von vergriffenen Büchern erhalten eine Vergütung dafür, dass ihre Bücher online von Google gezeigt werden können – sozusagen eine digitale Variante der Fotokopierabgabe bei der VG Wort in Deutschland. So bietet das Internet neben dem Verlust von Geschäftsmodellen auch wieder neue. Was sich jedoch zeigt ist, dass der Kontakt zwischen Autor und Leser immer direkter wird und die Verlage ihre Machtposition in der Mittlerrolle immer mehr verlieren.

Bedeutung für Verlage und besonders die Verlagsherstellung

Verlage können sich in dieser Situation nur transformieren: Reine Wissenschaftsverlage wie bisher, nur mit elektronischen Zeitschriften, wird es kaum mehr geben. In den Naturwissenschaften ist das schon der Fall, in den Geisteswissenschaften wird es noch wenige Jahre weitergehen, denn dort ist das wichtigste Veröffentlichungsmedium nicht der Zeitschriftenartikel, der sich relativ leicht veröffentlichen lässt, sondern das Buch. Und das lässt sich noch nicht ohne Weiteres durch die vollautomatisierten Produktionssysteme durchschleusen. Doch auch hier ist das OpenAccess-Buch gefordert und wird auch die nötigen Produktionswerkzeuge hervorbringen. Weiterhin geben wird es die Fachverlage, die eine bestimmte Community nicht nur mit gedrucktem, sondern auch mit Online-Diensten, Community-Dienstleistungen, Kongressorganisation etc. versorgen. Und am Buchhandel geht sowieso alles vorbei, da die Distribution über das Internet läuft. Und mit dem Projekt der Europeana zeigt sich die Kulturvermittlung ohne Verlage – die Museen gehen hier Wege ohne Verlage.

Also viele Herausforderungen, neue Arbeitgeber für Verlagshersteller, vor allem ein gewandeltes Bild des Verlagsherstellers: Viel mehr raffiniertes Datenmanagement als noch mehr tolle Oberflächenveredelungen. Das Geschäftsmodell der Verlage (mit Ausnahme der Belletristik-Verlage) wird von Seiten der Politik scharf herausgefordert.

Das Programm der Konferenz kann auf der Webseite www.ape2009.eu eingesehen werden, dort finden sich auch ein ausführlicherer Konferenz-Kurzbericht (auf Englisch) und und die Präsentationen.

Endlich Licht am Horizont: Neue Texte braucht der Kindle

2009/02/11 von selignow

Konrad Lischka hat heute auf Spiegel Online einen wirklich lesenswerten Artikel über die Chancen des Kindle veröffentlicht: Der Kindle ist das ideale Gerät für KURZE Texte. Viele Bücher sind Sammlungen von Kurzgeschichten. Diese muss man nicht wie bisher sammeln und zwischen zwei Buchdeckel packen, sondern kann sie endlich einzeln für geringe Preise verkaufen. iTunes hat es vorgemacht: Ich muss nicht mehr ein teures Album kaufen für die 2 Songs, die ich haben will und die wirklich gut sind. Aus der “Tyrannei der langen Texte” (Lischka) wird eine Tyrannei der guten Texte. Kostet den einen oder anderen Mitspieler vielleicht Umsatz, der Qualität wird es nicht schaden, das “Rauschen” viellicht sogar senken, wenn sich richtig gute Texte wieder lohnen, weil außer amazon vor allem der Autor verdient.
Was hierzulande mangels Zugang kaum bekannt ist und auch Konrad Lischka offensichtlich übersehen hat: Amazon bietet längst diese Möglichkeit für jeden (US-amerikanischen) Autor, dort sein “Buch” zu veröffentlichen.

Und kurze Texte gibt es für den Kindle allemal mit der Möglichkeit, Blogs zu abonnieren – und nicht zuletzt bieten auch Zeitungen auf dem Kindle kurze Texte.

(Warum lesen Spiegel-Autoren keine englischen Blogs oder wenigstens mal die Seiten von amazon?)

Auch die Diskussion des Artikels auf SPON ist nicht uninteressant: http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=6267page=1

Schallplatten gibt es ja auch noch …

2009/02/10 von selignow

… so argumentiert gewissermaßen KiWi-Verleger Malchow im Tagesspiegel vom 9.2.2009. Darauf meine Antwort:

Offensichtlich hat Herr Malchow noch keinen E-Book-Reader in der Hand gehabt: Die Geräte führen auf den Text zurück, auf das eigentliche Lesen. Schlechte Texte muss man aufwendig verpacken: Typografie, schicker Umschlag, dolle Haptik. Gute Texte packen ihren Leser gerade auf dem Lesegerät.
Es wird also das Gegenteil eintreten: Die Leser werden die Textqualität neu entdecken und es wird offensichtlich, dass die Verpackung unwichtig ist. Gnade Gott dem Verleger, der jetzt keine wirklich guten Texte hat und seine Leser an die fast kostenlos zu habenden Klassiker auf dem Lesegerät verliert. Herr Malchow argumentiert am Ende des Interviews nach dem Motto: “Schallplatten gibt es ja auch noch.” Will offensichtlich in eine Niesche. Und sich vielleicht auch noch wie das von ihm gelobte Theater staatlich subventionieren lassen?

Siehe auch in diesem Blog:

http://selignow.wordpress.com/2009/01/03/ebook-reader-machen-spas/

Sony Reader PRS 505 Video auf Deutsch

2009/02/10 von selignow

Steffen Jäpelt vom Studiengang Verlagsherstellung hat ein Video über die Bedienung des Sony-Readers PRS 505 gedreht:

Handreichung E-Books

2009/02/01 von selignow

Der Verleger Matthias Ulmer hat eine richtig gute Handreichung mit allen wichtigen Informationen zu E-Books herausgegeben. Die 20 A4-Seiten sind abrufbar bei Buchmarkt.